Akkorddiagramme lesen

Ein Akkorddiagramm packt alles Nötige — welche Tasten, welche Finger, welche Reihenfolge — in ein kleines Bild. So entschlüsselst du es, samt der Akkordsymbol-Kurzschrift (m, 7, dim, sus), die jeden Akkord benennt.

Das Klaviaturbild

Ein Klavierakkord-Diagramm ist ein Ausschnitt der Tastatur von oben gesehen, mit den Tönen des Akkords hervorgehoben. Finde zur Orientierung das eingestrichene C: Es ist die weiße Taste direkt links von der Gruppe aus zwei schwarzen Tasten. Hervorgehobene Tasten werden zusammen gedrückt, nicht nacheinander.

Diagramme auf dieser Website führen unter jedem Bild auch die Notennamen (C – E – G) auf. Ist eine hervorgehobene Taste schwarz, sagt dir der Notenname, ob du sie als Kreuz (F♯) oder Be (G♭) denken sollst — dieselbe Taste, je nach Akkord anders geschrieben.

Fingernummern: 1 bis 5

Beim Klavier werden die Finger beider Hände gleich nummeriert: 1 ist der Daumen, 2 der Zeigefinger, bis 5 der kleine Finger. Ein C-Dur-Dreiklang in der rechten Hand ist typischerweise 1–3–5: Daumen auf C, Mittelfinger auf E, kleiner Finger auf G.

Die linke Hand spiegelt das: 5–3–1 für denselben Akkord, kleiner Finger auf dem tiefen C. Vierklänge nutzen in der rechten Hand meist 1–2–3–5. Fühlt sich ein Fingersatz verkrampft an, liegt es oft daran, dass eine schwarze Taste einen längeren Finger verlangt — lass 2, 3 und 4 wo möglich die schwarzen Tasten übernehmen.

Akkordsymbole: die Kurzschrift

Ein Akkordsymbol hat zwei Teile: den Grundton (C, F♯, B♭...) und ein Suffix, das den Akkordtyp beschreibt. Kein Suffix bedeutet Dur: C ist C-Dur. Ein kleingeschriebenes m (Cm) bedeutet Moll. Zahlen fügen Töne hinzu: C7 fügt eine kleine Septime hinzu, Cmaj7 eine große Septime, C6 eine Sexte.

Weitere Suffixe, die dir ständig begegnen: dim (vermindert), aug oder + (übermäßig), sus2/sus4 (Vorhalt — die Terz wird ersetzt) und add9 (eine None zu einem schlichten Dreiklang hinzugefügt). Slash-Akkorde wie C/E geben den Basston nach dem Schrägstrich an.

Derselbe Akkord hat oft mehrere Schreibweisen — Cmaj7, CM7 und CΔ sind identisch. Die Akkordseiten hier listen alle Aliasse auf, damit du an das anknüpfen kannst, was deine Noten verwenden.

Vom Diagramm zu den Händen: eine Routine

Lies die Töne von links nach rechts und setze die Finger einzeln, tiefsten Ton zuerst. Drücke langsam, höre, lass los. Spiele dann die Töne dreimal als Akkord. Schließe schließlich die Augen und finde die Form allein durch Gefühl wieder. Das dauert unter einer Minute pro Akkord und baut das Muskelgedächtnis auf, das Lesen allein nie schafft.

Häufige Fehler

Das Diagramm in der falschen Oktave spielen (jede Oktave geht, aber bleib innerhalb eines Songs konsequent). Hervorgehobene Tasten als Abfolge lesen, statt sie zusammen zu drücken. Und die Fingernummern ignorieren — improvisierte Fingersätze funktionieren für einen Akkord, brechen aber zusammen, sobald du schnell wechseln musst.

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten die Zahlen 1–5 auf Akkorddiagrammen?

Finger. 1 ist der Daumen, 2 der Zeigefinger, 3 der Mittelfinger, 4 der Ringfinger, 5 der kleine Finger — dieselbe Nummerierung für beide Hände.

Was ist der Unterschied zwischen C, Cm und C7?

C ist ein Dur-Dreiklang (C–E–G), Cm ist Moll (C–E♭–G) und C7 ist ein Dominantseptakkord — der Dur-Dreiklang plus eine kleine Septime (C–E–G–B♭).

Warum haben manche Akkorde mehrere Namen?

Die Notationstraditionen unterscheiden sich. Cmaj7, CM7 und CΔ benennen alle denselben Akkord; Caug und C+ sind dasselbe; Co und Cdim sind dasselbe. Die Akkordseiten listen jeden Alias auf.

Spiele ich alle hervorgehobenen Tasten gleichzeitig?

Ja — ein Akkord sind gemeinsam klingende Töne. Arpeggien (ein Ton nach dem anderen) nutzen dieselben Formen, also lerne zuerst den Blockakkord.